Hans Keller macht aus Stiftsfrauen Shootingstars…
DIE KUNST ZU ALTERN ist ein freies fotografisches Kunstprojekt von Hans Keller.
Ein mitreißendes Plädoyer für die Lust zu leben…

„DIE KUNST ZU ALTERN“ (DKZA) ist ein freies fotografisches Projekt des Frankfurter Fotografen Hans Keller, realisiert gemeinsam mit der Make-up-Artistin Regine Hoffmann und der Projektmanagerin Nadja Dragovic.
Das Projekt widmet sich dem aktuellen Abschnitt der Lebensgeschichte älterer Frauen und macht Alter fotografisch sichtbar – jenseits gängiger Bilder von Jugend, Inszenierung und Rolle. DKZA versteht sich als visuelles Plädoyer für Präsenz, Würde und die Lust zu leben.
Für DIE KUNST ZU ALTERN wurden im September und Oktober 100 Stiftsfrauen des Frankfurter St. Katharinen- und Weißfrauenstifts zu einem Casting eingeladen. Ursprünglich war eine Auswahl von 15 bis 20 Teilnehmerinnen vorgesehen. Die Intensität der Begegnungen und die individuellen Lebensgeschichten führten jedoch dazu, dass schließlich 30 Frauen Teil des Projekts wurden.
Die Porträts entstehen in einer hellen, schattenlosen und bewusst reduzierten Bildsprache. Make-up und Styling werden individuell auf jede Persönlichkeit abgestimmt. Requisiten werden sparsam eingesetzt und unterstützen die natürliche Ausstrahlung der porträtierten Frauen. Das Shooting erstreckte sich über mehrere Wochen und wurde für alle Beteiligten zu einem außergewöhnlichen Erlebnis.
Die entstandenen Arbeiten wurden anschließend großformatig produziert und mehrfach in Ausstellungen präsentiert. Dort entfalten die Porträts ihre volle Wirkung und machen sichtbar, was im Projekt im Zentrum steht: Charakter, Präsenz und Schönheit jenseits konventioneller Altersbilder.
DIE AUSSTELLUNGSBILDER
Farbprints, Direktdruck auf Alu-Dibond , 60 x 90 cm. © Hans Keller, 2013
DAS CASTING
Ende August 2012 erhielten rund 1.400 Frankfurter Stiftsfrauen des St. Katharinen- und Weißfrauenstifts eine Einladung zum Casting für DIE KUNST ZU ALTERN. Voraussetzung für die Teilnahme war die Bereitschaft, aus dem eigenen Leben zu erzählen – von früher und heute, von Erinnerungen, Brüchen, Berufen, Familie und den Eigenheiten des Alters.
Rund 100 Frauen zwischen 60 und 101 Jahren folgten dieser Einladung. An fünf Casting-Tagen im September und Oktober standen sie dem DKZA-Team gegenüber. Jede erzählte 15 bis 20 Minuten aus ihrem Leben. Schnell wurde klar: Die sogenannte „ältere Generation“ ist alles andere als leise. Auch wenn die körperliche Leistungsfähigkeit nachlässt, bleiben Erinnerungsvermögen, sprachlicher Ausdruck und Humor erstaunlich präsent – besonders dann, wenn Frankfurterisch gesprochen wird.
Die Gespräche offenbarten Lebensläufe voller Freude, Verlust, Stolz und Melancholie. Was sie verband, war eine spürbare Lebenslust und der Wille, sich nicht unterkriegen zu lassen. Der Wechsel zwischen erzählten Geschichten und dem besonderen Ort – den lichtdurchfluteten Räumen und Fluren des Stifts – verstärkte diese Eindrücke.
Die Jury, bestehend aus Fotograf Hans Keller, Make-up-Artistin Regine Hoffmann und Projektmanagerin Nadja Dragovic, stellte behutsame Fragen und ließ den Frauen Raum. Hans Keller agierte bewusst zurückhaltend. Die Erzählungen sollten wirken dürfen. Die Atmosphäre des Castings entwickelte sich zu einer stillen Übung in Aufmerksamkeit, Respekt und generationsübergreifendem Verständnis.
Ursprünglich war geplant, 15 bis 20 Frauen auszuwählen. Doch die Intensität der Begegnungen führte dazu, dass schließlich 30 Stiftsfrauen Teil des Projekts wurden. Am letzten Castingtag besuchte das DKZA-Team zudem Frauen, die ihr Zimmer nicht mehr verlassen konnten.
Die ausgewählten Teilnehmerinnen wurden im Frühjahr 2013 im Frankfurter ONLIGHT Studio fotografiert. Die daraus entstandenen Porträts bilden den Kern des Projekts und wurden später großformatig produziert und in mehreren Ausstellungen gezeigt.
DAS FOTO – SHOOTING
Martha R. ist nervös. „Ich bin 101 Jahre. Da steht man nur noch selten im Rampenlicht. So viel Interesse an meiner Person, schon was Besonderes.“ Sie rückt ihren Hut gerade, richtet sich auf, schaut mit wachen Augen in die Kamera.
Hans Keller hält den Augenblick fest. Martha Rehmer ist Casting-Model 26. Als eine von 104 Frauen des Frankfurter St. Katharinenund Weißfrauenstift gewährt sie den drei Initiatoren der Ausstellung bereitwillig sensible Einblicke in ihre bewegte Vita. 30 Stiftsfrauen kamen in die zweite Runde und werden von Hans Keller in dessen Fotostudio ONLIGHT professionell portraitiert. Look der Fotos ist hell, schattenlos und natürlich. Eben so authentisch wie die Lebensgeschichten der Frauen.“ Make-up-Regine Hoffmann ergänzt: „Keine Inszenierung! Alle Kleidungsstücke und Accessoires stammen aus dem persönlichen unserer Models. Dementsprechend individuell ist auch ihr Make-up.“
DIE VERNISSAGE
Bilder von der Vernissage zur Ausstellung „DIE KUNST ZU ALTERN“ am 30. 09. 2013 in den Räumen des Kundenzentrums der Frankfurter Sparkasse in Frankfurt am Main.
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Impulsiv, manchmal kokett, manchmal elegant, manchmal mit Hang zum Graziösen: Es sind keine Blicke von gelebten Leben, aus diesen vitalen Gesichtern entgegen leuchten, sondern freche, erlebnishungrige Augen voller Tatendrang und Zutrauen. etwa die 77-jährige Lydia Peterburs, die „für ihr Leben gerne“ in Diskotheken tanzt, die 70-jährige Siegrid Zipperlen, die Jahren damit begann, Saxophon zu spielen, oder die 77-jährige Martha Tomaselli, die einfach nicht darauf verzichten kann, Öffentlichkeit mit ungewöhnlichen Farben und mutigen Outfits aufzufallen. Je mehr und je Interessanteres seine Models erzählen wussten, desto sicherer und selbstbewusster hätten sie sich auch vor der Kamera bewegt, beobachtete Hans Keller.
»Every Picture Tells a Story«, so hieß mal ein Song von Rod Stewart. Schließlich geht es Keller und seinem Team bei diesem für die Kunst zu leben« darum, »den aktuellen Teil der Lebensgeschichte älterer Frauen fotografisch zu dokumentieren und Ästhetik des Alterns darzustellen«. Anders als das sonst in der Mode üblich ist, hätten er und seine Make-up-Spezialistin Hoffmann ihre posierenden Models nicht geschönt oder durch Bildbearbeitung korrigiert, sondern größten Wert auf Natürlichkeit gelegt. Zum ersten Male habe er all das an »Faltigkeit, Tiefe und Details, das man sonst in der Mode wegretuschiert«, belassen wie es ist, bekundet Keller. Altern, so sein Resümee und seine Botschaft, sei heute nichts mehr, vor dem man sich ängstigen oder dessen man sich gar schämen müsse.
Quelle: gt – Strandgut, Frankfurt
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Credits:
Idee, Konzept und Fotograf: Hans Keller Photography
Models: Seniorinnen aus dem Frankfurter St. Katharinen und Weißfrauenstift
Projektmanagerin & Styling: Nadja Dragovic / moodwillig
Make-Up Artistin & Styling: Regine Hoffmann
Assistentin: Melissa Messerschmidt
Styling-Assistentin: Erika von Landwüst (Stiftsfrau)
Öffentlichkeitsarbeit: Jörg Lüdecke / St. Katharinen und Weißfrauenstift
Grafik Design: Katrin Wendt
Locations: St. Katharinen und Weißfrauenstift & Onlight Studio
Casting-Assistentin: Itaya Diehl
Making-Of Video: Nadja / moodwillig
Teaser Video: Alberto Vasquez Leon von Charaktercast
Frankfurter Sparkasse
moodwillig / Fotoproduktion
Schirmherrin: Frau Stadträtin Prof. Dr. Daniela Birkenfeld
St. Katharinen und Weißfrauenstift
